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GEFA-Exportpressegespräch 2016: Verstärkte Diversifizierung in Drittlandsmärkte als Gebot der Stunde

Berlin, 14.01.2016. Der Exportwert der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft im abgelaufenen Jahr wird nach aktueller Prognose der GEFA inklusive Landtechnik mit 72,5 Milliarden Euro gegenüber 2014 praktisch unverändert bleiben (+0,5%).

Die gesamte Agrar- und Ernäh-rungsbranche sieht sich dabei aktuell von einem schwierigen Wettbewerbsumfeld in Europa und auf den internationalen Märkten konfrontiert.

Die Ausfuhren der Branche von Januar bis Oktober 2015 sind im Wert um 0,3% auf 56,0 Mrd. Euro gestiegen (ohne Landtechnik). Dafür war allerdings ein deutlicher Zuwachs der mengenmäßigen Ausfuhren von 5,5% erforderlich. Verantwortlich für diese Entwicklungen sind der deutliche Einbruch wichtiger Absatzmärkte und vor allem der starke Preisdruck für zahlreiche Exportgüter auf den internationalen Märkten. Positive Auswirkungen haben der schwache Euro und stark gestiegene Ausfuhren einzelner Güter, u.a. von Gerste (+242,9%), vor allem nach Asien.

Betrachtet man die Eurasische Wirtschaftsunion, so sind die deutschen Ausfuhren in diese Länder im Zeitraum Januar bis Oktober seit dem Höchstwert in 2012 um fast 900 Mio. Euro gesunken. Sie haben sich damit mehr als halbiert. Dazu kommen nochmals 190 Mio. Euro Rückgang in die Ukraine, so dass allein in diesem Zehn-Monats-Zeitraum die Rückgänge inkl. der Ukraine fast 1,1 Milliarden Euro betragen.

„Das stark gesunkene Exportgeschäft in die Eurasische Wirtschaftsunion und in die Ukra-ine hat die deutschen Exporteure dazu veranlasst, ihre Anstrengungen zur Erschließung neuer Märkte weiter zu verstärken. So konnten die Ausfuhren ins Drittland in den ersten zehn Monaten 2015 im Wert um 6,9% (13,6 Mrd. Euro) und in der Menge um 18% (14,1 Mio. t) gesteigert werden“, erläutert Dr. Franz-Georg von Busse, Sprecher der GEFA und Generalbevollmächtigter der Gebr. Pöttinger GmbH.
Vor diesem Hintergrund sprechen sich die in der GEFA vertretenen Branchen der export-orientierten deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft weiterhin für eine Intensivierung der politischen Anstrengungen zur Öffnung weiterer Drittlandmärkte aus.

Vor allem kaufkräftige Zielgruppen in Nordamerika und die wachsenden Mittelschichten in den Schwellenländern Asiens und in Afrika bieten weiterhin ein hohes Exportpotenzial. „Eine weitere Intensivierung der Exporte nach Nordamerika und die Erschließung zusätz-licher Absatzmärkte ist unabdingbar, um die aktuellen Einbußen in wichtigen Märkten auszugleichen. Insofern blicken wir ebenso gespannt auf den erfolgreichen Abschluss der TTIP-Verhandlungen mit den USA wie auf die politischen Verhandlungen des Bundes zur Öffnung weiterer Märkte. Ein erfolgreicher Export sichert in Deutschland viele Arbeitsplätze im Mittelstand und stärkt in besonderem Maße die Wirtschaft in ländlichen und strukturarmen Regionen“, sagt Willi Meier, stellvertretender Sprecher der GEFA und Prokurist des Lübecker Traditionsunternehmens Niederegger.
„Die Exportverbände der GEFA werden ihre Angebote in Drittländern weiter forcieren“, ergänzt von Busse. So sind derzeit beispielsweise unter dem Dach der GEFA zwei große Messebeteiligungen im Mai in Shanghai und in Seoul in Vorbereitung. Willi Meier verweist dabei gleichzeitig auf die wichtige Flankierung durch das zuständige Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. „Die Ausweitung des Messeprogramms für 2016 begrüßen wir ebenso wie die derzeitige frühe Abstimmung aller Maßnahmen für 2017. Das gibt uns die erforderliche Planungssicherheit.“


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